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Italien als Olympia-Gastgeber: Spiele, Stolz und Seitenhiebe

Die Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina sind zu Ende. Viele hatten vorab am Gastgeber gezweifelt - und wurden eines Besseren belehrt. Kann Melonis Regierung den Erfolg für sich nutzen?
Es war ein Zittern bis zum letzten Moment: Würde Italien es wirklich schaffen, rechtzeitig mit dem Bau aller Spielstätten fertig zu werden? Denn im Vorfeld lief einiges schief bei diesen auf so viele Orte verteilten Spielen. Die Kosten wurden immer höher, die Zeit immer knapper. Ein Problemfall: der Eiskanal in Cortina, der in kürzester Zeit komplett neu aus dem Boden gestampft wurde - trotz aller Nachhaltigkeitsversprechen.
Das Internationale Olympische Komitee war eigentlich schon damit einverstanden, diese Wettbewerbe einfach im Ausland auszutragen. Aber die rechte Regierung in Rom beharrte auf dem Neubau. Matteo Salvini, der stellvertretende Ministerpräsident, machte die Frage nach dem Eiskanal damals zu einer Frage der nationalen Ehre:
Skifahrerin Brignone wurde zum Symbol
Am Ende hat Italien das geschafft, woran viele gezweifelt hatten: Rechtzeitig zum Beginn der Spiele war alles fertig - gut, eher benutzbar als wirklich fertig. Sogar der Eiskanal in Cortina, sogar das zweite Sorgenkind, die Eishockeyarena in Mailand. Und, fast ebenso unerwartet: Italien hat auch sportlich so richtig abgeräumt bei diesen Spielen.
Zum Symbol dafür wurde Skirennläuferin Federica Brignone, die nach einer schweren Verletzung gleich zwei Mal Gold für Italien holte, im Super-G und im Riesenslalom: "Ich bin so glücklich, das ist so verrückt mit diesen Fans", jubelte sie. "Als ich über die Ziellinie gefahren bin, war ich nicht sicher, ob es gereicht hat, aber dann habe ich die Menge gehört und es war einfach nur Wahnsinn."
Stimmung, zumindest manchmal
Ja, richtig gehört: Trotz der weiten Wege kam Olympia-Stimmung auf, jedenfalls an einigen Austragungsorten. In Mittel- und Süditalien, weit weg von den Alpen, ist das Olympia-Fieber dagegen nie so richtig hoch gestiegen. Zwar dürften jetzt ein paar Leute mehr den Namen Federica Brignone kennen, die Italienerinnen und Italiener sind auch stolz auf "ihre" Medaillen - aber die Olympia-TV-Quoten beispielsweise waren im Vergleich zu Deutschland im Allgemeinen deutlich niedriger; Italien wird jetzt nicht plötzlich im Ganzen zum Wintersportland.
Auch wenn das Salvini, selbst Mailänder, vermutlich freuen würde. Er nutzte bei diesen Spielen jede Gelegenheit, sein Gesicht in die Kamera zu halten und den Erfolg Italiens zu betonen - Seitenhiebe auf Olympiakritiker und politische Gegner inklusive.
Seitenhiebe auf Olympia-Kritiker
"Das ist das Italien, das der Welt das Beste von sich bietet", sagte Salvini. "Trotz der Unruhestifter, die Sabotage an den Bahnlinien verüben und in der Nähe des Olympischen Dorfs Randale machen, trotz derjenigen, die sagen 'wie hässlich ist das denn'. Wir vermitteln Milliarden von Menschen auf der Welt ein wunderschönes Bild."
Und Ministerpräsidentin Giorgia Meloni sagte gar: Wer gegen die Spiele protestiert, sei ein Feind Italiens. Die Römerin hat sich selbst aber nur selten bei Olympia blicken lassen. Abgesehen von der Eröffnungs- und Abschlussfeier war sie nur bei einem Shorttrack-Wettbewerb der Damen.
Meloni konzentrierte sich aufs Regieren
Politikwissenschaftler Lorenzo Castellani von der Luiss-Universität in Rom wundert die Abwesenheit nicht: Das sei nicht Melonis Stil. "Meloni hat noch nicht einmal ein Foto mit dem Tennisstar Jannik Sinner gemacht oder mit der Fußballnationalmannschaft. Wohl, weil sie sich für Sport nicht besonders interessiert und das im Allgemeinen einfach nicht so ihr Stil ist."
Stattdessen reiste Meloni lieber zu den Betroffenen des schweren Erdrutsches nach Sizilien, zur Afrikanischen Union nach Äthiopien. Lorenzo Castellani sieht das positiv - sie habe sich lieber aufs Regieren konzentriert als auf schöne Fotos. Auch überhaupt zieht er eine positive Bilanz dieser Spiele: Es habe keine großen Skandale gegeben, organisatorisch sei vieles dann doch rund gelaufen - damit könne sich die Regierung rühmen. Und werde das auch noch in den nächsten Jahren tun.
Bericht aus Berlin: Neues Heizungsgesetz für kommende Woche angekündigt

Es war ein großes Projekt der Ampelregierung aus SPD, Grünen und FDP - doch die aktuelle schwarz-rote Koalition hat sich darauf geeinigt, das Heizungsgesetz zu reformieren.
Balance zwischen Akzeptanz und Klimaschutz
Man habe intensiv miteinander gerungen, teilweise seien die Meinungen sehr weit auseinander gewesen. Er sei aber guten Mutes, "in der kommenden Woche was Gutes zu präsentieren", so Miersch. Die SPD hatte die Einführung in der vergangenen Legislaturperiode zwar mitgetragen. Nun habe man aber gesehen, dass viele Bürgerinnen und Bürger verunsichert seien, so Miersch. Gleichzeitig hätten viele Heizungsbauer gefordert, das Gesetz unbürokratischer zu gestalten.
Sein Amtskollege in der Union, Jens Spahn, zeigte sich ebenfalls zuversichtlich. Gleichzeitig räumte er ein, dass es eine Herausforderung sei "die richtige Balance zu schaffen zwischen Bezahlbarkeit für die Bürgerinnen und Bürger (...) und dem Klimaschutz". Es dürfe nicht der Eindruck entstehen, dass in den Heizungskeller hineinregiert werde. Gleichzeitig müssten die CO2-Emissionen reduziert werden, das habe sich die Regierung vorgenommen.
Umstrittenes Gesetz der Ampelregierung
Das auch als Heizungsgesetz bekannte Gebäudeenergie-Gesetz war bereits in der Ampel-Koalition heftig umstritten, bevor es beschlossen wurde. Union und SPD verständigten sich im Koalitionsvertrag auf eine Reform. Das Gesetz regelt den schrittweisen Austausch von Öl- und Gasheizungen zugunsten klimafreundlicher Alternativen.
Vor allem über das künftige Förderkonzept und die genauen Fristen für den Umstieg herrscht Uneinigkeit. Auch die geltende Vorgabe, dass neue Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen, wird in der Union infrage gestellt.
Wachstum - die "Schicksalsfrage unserer Nation"
Spahn betonte aber auch, dass die Lage der Wirtschaft generell nicht gut sei. Ob bald wieder Wachstum entstehe, sei die "Schicksalsfrage unserer Nation". Deshalb sei es wichtig, dass die Koalition bald Ergebnisse abliefere, etwa bei den Themen Lohnnebenkosten oder Bürokratieabbau. Der CDU-Politiker räumte ein, dass das bisher Beschlossene noch nicht ausreiche. Man sehe "ein kleines Pflänzchen", aber "wir sehen noch nicht das Wachstum, das wir brauchen." Deshalb verstehe er die Kritik vonseiten der Unternehmen und Bürger.
Er räumte ein, dass die Problem zumindest teilweise hausgemacht seien. Denn andere Staaten in der EU verzeichnen starke Wachstumsraten, wie etwa Dänemark oder Polen. Deshalb habe die Bundesregierung Kommissionen eingesetzt, etwa zu den Themen Rente, Krankenversicherung oder eben Bürokratieabbau, deren Ergebnisse in den kommenden Monaten erwartet werden.
SPD und CDU einig: Wie schnell kommt das Social-Media-Verbot?

Ein Social-Media-Verbot für Kinder unter 14 Jahren - das will nach der SPD nun auch die CDU. Doch wie schnell lässt sich das Vorhaben überhaupt umsetzen? Die SPD drückt aufs Tempo. Und was sagt die CSU?
Die SPD dringt nach einem Beschluss des CDU-Parteitags zu einem Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren auf ein rasches Handeln. SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf forderte die Koalition auf, das Thema nun "zügig" anzugehen.
Mit ihrem Papier habe die SPD bereits "sehr präzise Vorschläge gemacht, was wir jetzt tun sollten - mit klaren Altersgrenzen und wirksamen Schutzmechanismen", sagte Klüssendorf den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND).
SPD-Politiker drücken aufs Tempo
Es freue ihn, dass die Union sich mit ihrem Beschluss stark auf die Vorschläge der SPD zubewegt habe, sagte Klüssendorf weiter. Das sei eine gute Ausgangssituation für notwendige Beratungen. "Wir brauchen endlich klare Regeln auf den digitalen Plattformen. Suchtverstärkende Algorithmen, Hass und Mobbing stellen ein massives Problem für unsere gesamte Gesellschaft dar und können insbesondere Kinder und Jugendliche stark gefährden und krank machen."
Zu einer raschen Umsetzung rief auch der SPD-Parlamentsgeschäftsführer Dirk Wiese auf. Er begrüßte in der Bild am Sonntag, dass "die Union nun auf unsere Linie eines Social-Media-Verbots ab 14 Jahre einbiegt und damit auch den Schutz von Kindern und Jugendlichen im digitalen Raum verbessern möchte". "Nun sollten wir sehr zeitnah im Deutschen Bundestag gemeinsam ein konkretes Gesetz verabschieden", sagte Wiese.
CDU droht mit "empfindlichen Bußgeldern"
Bei ihrem Parteitag in Stuttgart hatte die CDU einen Antrag beschlossen, der ein Verbot von entsprechenden Onlinenetzwerken für Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren vorsieht. Plattformbetreiber sollen demnach verpflichtet werden, "ein effektives und technisch belastbares Altersverifikationssystem einzuführen". Ihnen sollen "empfindliche Bußgelder" drohen, wenn die Altersprüfung systematisch oder fahrlässig umgangen wird.
Die SPD-Bundestagsfraktion hatte zuvor in einem Positionspapier nach Alter abgestufte Regelungen für die Nutzung von Social-Media-Plattformen gefordert.
CSU tritt auf die Bremse
Wann ein solches Gesetz allerdings kommt, ist noch völlig offen - auch, weil der dritte Koalitionspartner, die CSU, das Vorhaben ausbremst. Im vergangenen Sommer hatte CSU-Chef Markus Söder eine Altersgrenze bereit als "totalen Quatsch" und "realitätsfremd" bezeichnet. Nun legte CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann nach: "Diese Verbotsdebatte geht an der Wirklichkeit vorbei", sagte er der Augsburger Allgemeinen. "Den richtigen Umgang mit Social Media erlernen Kinder und Jugendliche nicht durch Verbote, sondern durch die Stärkung der eigenen Medienkompetenz in Kombination mit einem besseren Schutz vor jugendgefährdenden Angeboten."
Zudem hakt es bei den Details. So fordert die SPD für Jugendliche zwischen 14 und 16 verpflichtende Jugendversionen der Plattformen. Die dürften dann keine suchtverstärkenden Funktionen wie Endlos-Scrollen enthalten. Die CDU bleibt bei den Regeln für 14- bis 16-Jährige etwas vager. Auch wie die Altersverifikation genau geregelt werden soll, ist noch offen.
Jugendärzte begrüßen Vorstoß, Schülervertretung gegen Verbot
Aus der Wissenschaft kommt Unterstützung für den Vorstoß der Koalition. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte begrüßte die aktuelle Debatte über den Kinder- und Jugendschutz in sozialen Medien. Dadurch werde hervorgehoben, wie dramatisch sich die gesundheitliche Situation vieler Jugendlicher verschlechtert habe.
Er pocht jedoch zudem auf einen Ausbau von Unterstützungsangeboten für psychisch belastete Jugendliche. Flächendeckende geeignete Versorgungsstrukturen seien nicht in ausreichender Zahl verfügbar. Nötig sei daher unter anderem ein massiver Ausbau psychosozialer Versorgungsangebote.
Die Bundesschülerkonferenz dagegen hält nichts von einem Social-Media-Verbot. Denn diese seien für viele junge Menschen zentrale Informationsquellen, sagte Generalsekretärin Amy Kirchhoff. Entscheidend sei die Stärkung von Medienkompetenz - und das schon im Kindesalter und nicht erst mit 15 oder 16 Jahren.
Mar-a-Lago in Florida: Eindringling bei Trumps Privatanwesen erschossen

Mit einer Waffe und einem Benzinkanister hat es offenbar ein Mann in den Sicherheitsbereich von Trumps Privatclub geschafft. Der Secret Service erschoss den Eindringling. Trump selbst war aber gar nicht vor Ort.
US-Sicherheitskräfte haben nach eigenen Angaben einen Bewaffneten beim Privatanwesen Mar-a-Lago von Präsident Donald Trump erschossen. Der Mann sei in der vergangenen Nacht unbefugt in den Sicherheitsbereich des Anwesens in Florida eingedrungen, teilte der für den Schutz des Präsidenten zuständige Secret Service mit.
Trump fliegt am Wochenende häufig zu seinem Anwesen nach Palm Beach. Zum Zeitpunkt des Zwischenfalls habe er sich aber nicht in Mar-a-Lago, sondern gemeinsam mit First Lady Melania Trump im Weißen Haus in Washington aufgehalten, so der Secret Service.
Mit Benzinkanister und Schrotflinte
Der Vorfall ereignete sich um 1:30 Uhr nachts am Nord-Tor. Offenbar konnte der Mann mit seinem Auto auf das Gelände gelangen, als sich das Tor gerade für ein herausfahrendes Fahrzeug geöffnet hatte.
Als ihn zwei Personenschützer des Secret Service und ein Mitarbeiter des Sheriffs anhielten, habe der Mann eine Schrotflinte und einen Benzinkanister bei sich getragen, erklärte der Sheriff von Palm Beach County auf einer Pressekonferenz.
Anschließend richtete der Mann sein Gewehr auf die Personenschützer. Daraufhin sei er mit mehreren Schüssen getötet worden.
Trump hielt sich in Washington auf
Über den Eindringling gibt es bisher nur wenige Informationen. Der Secret Service erklärte, er sei Anfang 20 gewesen und stamme aus North Carolina. Seine Familie habe ihn vor einigen Tagen als vermisst gemeldet.
Die Ermittler vermuten, dass er sich das Gewehr auf dem Weg nach Florida besorgt hat. Die Behörden nahmen Ermittlungen zu dem Vorfall auf, unter anderem zum Motiv des Mannes.
Nicht der erste Anschlagsversuch
Es ist nicht der erste Versuch eines Attentats auf US-Präsident Trump. Im Juli 2024 wurde er auf einer Wahlkampfveranstaltung im US-Bundesstaat Pennsylvania von einem Attentäter mit einem Gewehrschuss am Ohr verletzt.
Einige Wochen später wurde auf Trumps Golfplatz in Florida ein Mann mit einem Gewehr festgenommen. Er lag auf der Lauer, während Trump Golf spielte, konnte jedoch rechtzeitig festgenommen werden. Mittlerweile wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt.
Entsendung von US-Lazarettschiff: Ein deutliches "No thanks" aus Grönland

Grönland hat irritiert auf die mögliche Entsendung eines US-Lazarettschiffs reagiert. Es gebe bereits eine kostenlose Gesundheitsversorgung. Auch die dänische Regierung reagierte mit Kopfschütteln auf Trumps neueste Idee.
Die Ankündigung von US-Präsident Trump, ein US-Lazarettschiff nach Grönland zu schicken, hat Kopfschütteln und Belustigung in Dänemark ausgelöst. Grönlands Regierungschef Jens-Frederik Nielsen reagierte mit einem lapidaren "No thanks" - Nein danke. Die "Idee, ein amerikanisches Krankenhausschiff nach Grönland zu schicken, wurde zur Kenntnis genommen. Aber wir haben ein öffentliches Gesundheitssystem, in dem die Behandlung für die Bürger kostenlos ist."
"Anstatt mehr oder weniger willkürliche Äußerungen in Social Media zu tätigen" solle Trump lieber mit den Grönländern sprechen, konterte Nielsen Trumps Ankündigung bei Truth Social, die mit einem offenbar KI-generierten Foto eines Schiffs versehen war. Darunter schrieb er: "Es ist auf dem Weg!" Bislang gibt es jedoch keinen Hinweis darauf, ob wirklich ein solches Schiff auf dem Weg nach Grönland ist.
Kranker US-Marine in Grönland behandelt
Trump hatte erklärt, das Lazarettschiff solle bei der Versorgung der "vielen Kranken" helfen, die in Grönland keine Hilfe bekämen. Wie er auf die Idee kam, dass es dort viele Kranke gebe und dass diese nicht versorgt würden, ist völlig unklar.
Es ist lediglich bekannt, dass ein US-Matrose in einem Krankenhaus in Grönland behandelt wurde. Der Mann sei nach einem medizinischen Notfall laut ABC News und der Nachrichtenagentur Reuters aus einem U-Boot evakuiert worden. Die Mission der Amerikaner sei unterbrochen worden, das U-Boot tauchte nahe Grönlands Hauptstadt auf.
"Schon wieder so eine absurde Nachricht"
Die dänische Regierung - die von Trump nicht informiert wurde - reagierte ebenfalls ablehnend bis spöttelnd. "Die Bevölkerung von Grönland erhält die Gesundheitsversorgung, die sie braucht", sagte der dänische Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen dem Sender DR. Es bestehe keinerlei Bedarf für medizinische Hilfe durch andere Staaten. Über eine zu erwartende Ankunft eines Lazarettschiffs lägen ihm keine Informationen vor. "Trump twittert ständig über Grönland", sagte der Minister. "Das ist offensichtlich ein Ausdruck der neuen Normalität, die in der internationalen Politik Einzug hält."
Sie sei "glücklich, in einem Land zu leben, wo der Zugang zur Gesundheitsversorgung für alle kostenlos und gleich ist und wo nicht die Versicherung oder der Reichtum darüber entscheidet, ob man eine angemessene Behandlung erhält", schrieb die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen im Onlinedienst Facebook, ohne die USA ausdrücklich zu erwähnen.
Die grönländische Politikerin und Abgeordnete im dänischen Parlament, Aaja Chemnitz, schrieb auf Facebook, Trumps Plan wirke "ziemlich verzweifelt und trägt nicht zur dringend benötigten dauerhaften und nachhaltigen Stärkung unseres Gesundheitssystems bei". Gefolgt von einem lachenden Smiley fügte sie hinzu: "Schon wieder so eine absurde Nachricht."
Kostenlose Gesundheitsversorgung - anders als in den USA
Grönland verfügt über fünf Krankenhäuser. Die Gesundheitsversorgung in dem zu Dänemark gehörenden autonomen Gebiet ist wie in ganz Dänemark kostenlos - im Gegensatz zu den USA.
Anfang Februar hatten die Regierungen in Nuuk und Kopenhagen zudem eine Vereinbarung über eine verbesserte Versorgung grönländischer Patienten in dänischen Kliniken unterzeichnet.
Pläne des Innenministeriums: Asylbewerber sollen schneller arbeiten dürfen

Asylbewerber, die direkt eine Arbeit aufnehmen wollen, stoßen in Deutschland bislang auf Hürden. Das will Innenminister Dobrindt offenbar ändern: Einem Medienbericht zufolge wurde ein "Sofort-in-Arbeit-Plan" erarbeitet.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt will Asylbewerber schneller in Arbeit bringen. Er habe einen "Sofort-in-Arbeit-Plan" erarbeiten lassen, sagte er der Zeitung Bild am Sonntag. "Wer hierherkommt, soll arbeiten können - und zwar schnell." Die beste Integration sei die in die Arbeitswelt. "Das Ziel ist Teilhabe durch Tätigkeit", sagte der CSU-Politiker. Damit will er entsprechende Pläne aus dem Koalitionsvertrag umsetzen. Das Innenministerium hat den Bericht inzwischen bestätigt.
Demnach sollen Asylbewerber nach drei Monaten Aufenthalt in Deutschland arbeiten dürfen, auch wenn ihr Asylverfahren noch nicht abgeschlossen ist. Das Verfahren soll weiterlaufen, unabhängig davon, ob jemand eine Stelle gefunden hat oder nicht. Eine Arbeitspflicht soll es nicht geben.
Asylverfahren soll unabhängig von Arbeit laufen
Eine Sprecherin Dobrindts sagte nach Angaben der Bild: "Die neuen Regeln ändern nichts am Ablauf und Ausgang des Asylverfahrens."
Ausdrücklich nicht profitieren sollen demnach "bereits abgelehnte Asylbewerber und Personen, die im Verfahren nicht mitwirken, also ihre Identität verschleiern oder über Fluchtgründe täuschen".
Arbeitende Asylbewerber dürften ihren Verdienst grundsätzlich behalten, sagte die Sprecherin dem Bericht zufolge. "Beziehen sie Sozialleistungen, wird der Verdienst angerechnet, etwa für die Unterkunft."
Keine Arbeit für Menschen in Aufnahmeeinrichtungen
Die Bundesagentur für Arbeit beschreibt in einem Merkblatt, wie die Situation derzeit geregelt ist. Darin heißt es unter Bezug auf das Asylgesetz: "Eine Zustimmung zur Ausübung einer Beschäftigung kann Personen mit Duldung und Asylbewerberinnen und Asylbewerbern erteilt werden, wenn sie sich seit drei Monaten rechtmäßig im Bundesgebiet aufhalten."
Solange Asylbewerberinnen und Asylbewerber jedoch verpflichtet seien, in der Aufnahmeeinrichtung zu wohnen, dürften sie keiner Beschäftigung nachgehen. "Die Wartezeit kann deshalb bis zu sechs Monaten betragen." Asylbewerber aus sogenannten sicheren Herkunftsstaaten seien allerdings verpflichtet, während der gesamten Dauer des Asylverfahrens in der Aufnahmeeinrichtung zu wohnen.
Berlin: Empörung nach Gaza-Eklat bei der Berlinale

Der Regisseur Abdallah Alkhatib, der für das beste Spielfilmdebüt ausgezeichnet wurde, bezeichnete in seiner Dankesrede die Bundesregierung als "Partner des Völkermordes in Gaza". Bundesumweltminister Schneider verließ die Veranstaltung.
Ein politisches Statement eines Regisseurs bei der Preisverleihung der Berlinale am Samstagabend sorgt auch am Sonntag für Kritik. Der syrisch-palästinensische Filmemacher Abdallah Alkhatib hatte in seiner Dankesrede unter anderem der deutschen Bundesregierung vorgeworfen, "Partner des Völkermords in Gaza zu sein". Alkhatib weiter: "Wir werden uns an jeden erinnern, der an unserer Seite stand, und wir werden uns an jeden erinnern, der gegen uns war."
Der vor Ort anwesende Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) verließ daraufhin den Saal. Die Aussagen seien inakzeptabel, sagte ein Sprecher.
Berlins Regierender Bürgermeister Wegner sagte der "Bild", denjenigen, die sich hier als Pro-Palästina-Aktivisten inszenierten, ginge es nicht um Menschenrechte. Es gehe ihnen allein um "Israel-Hass". Er hob hervor, dass Tricia Tuttle und Wim Wenders alles dafür getan hätten, um in der angespannten weltpolitischen Lage mit "Feingefühl, Offenheit und Dialogbereitschaft" durch das Filmfestival zu führen.
"Abstoßende Szenen"
Weitere Kritik an Alkhatib kam von Israels Botschafter Ron Prosor und CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann. Hoffmann kritisierte "abstoßende Szenen" bei der Preisverleihung des Filmfestivals. Im Onlinedienst X sprach Hoffmann von "Völkermord-Vorwürfen, antisemitischen Ausfällen und Drohungen gegen Deutschland auf der Berlinale", die "absolut inakzeptabel" seien. Prosor lobte gegenüber der "Bild", dass Umweltminister Schneider den Raum verlassen habe.
Der syrisch-palästinensische Regisseur Alkhatib war auf der 76. Berlinale für sein Filmdebüt "Chronicles from the Siege" ausgezeichnet worden.
Zuvor hatte bereits die libanesische Regisseurin Marie-Rose Osta, die für ihren Kurzfilm "Someday a Child" geehrt wurde, kritisiert, dass zahlreiche Kinder im Libanon und in Gaza von israelischen Bomben getötet würden. Das Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 blieb unerwähnt.
Festival überschattet von politischen Debatten
Das ganze Festival war überschattet von Debatten, inwiefern sich die Berlinale politisch positionieren muss. Dabei ging es vor allem um den Gaza-Krieg.
Bereits im Verlauf des Festivals hatte ein im Branchenblatt "Variety" veröffentlichter offener Brief von rund 80 internationalen Filmschaffenden, darunter Tilda Swinton, die Berlinale wegen "institutionellen Schweigens" zum Gaza-Krieg kritisiert. Auch Äußerungen von Jurypräsident Wim Wenders zur Rolle von Kunst und Politik hatten Kritik ausgelöst.
Der Goldene-Bär-Gewinner İlker Çatak hatte bereits vor der Preisverleihung am Samstagnachmittag gemahnt, komplexe politische Fragen bräuchten mehr Raum und Kontext als kurze Presse-Statements erlauben. Intendantin Tricia Tuttle verteidigte auf der Gala die Berlinale als Ort kontroverser, aber offener Debatten.
Die Berlinale ist eines der wichtigsten Filmfestivals weltweit. Die 76. Filmfestspiele Berlin enden am 22. Februar mit dem traditionellen Publikumstag.
Ende der 40-tägigen Trauerzeit: Proteste in Iran flammen wieder auf

Nach der Niederschlagung der Massenproteste in Iran geht die traditionelle 40-tägige Trauerzeit zu Ende. Bei Gedenkfeiern gibt es nun offenbar wieder Proteste. An einer Uni in Teheran gerieten Regime-Kritiker und -Anhänger aneinander.
An mehreren Universitäten in Iran hat es zum Semesterstart wieder Proteste gegen das Regime gegeben. Die Nachrichtenagentur AFP konnte etwa Videoaufnahmen aus sozialen Netzwerken verifizieren, die demnach an der Sharif-Universität in Teheran aufgenommen wurden. Während Regime-Kritiker "Schande" auf Farsi rufen, schwenken offenbar Regime-Anhänger die Nationalflagge.
Auch aus anderen Landesteilen gibt es Berichte über neue Proteste. Sie fallen zusammen mit Gedenkfeiern für Tausende, die Anfang Januar bei der Niederschlagung der Massenproteste getötet wurden. Die Demonstrationen sind jetzt 40 Tage her, womit eine im Iran traditionell begangene Trauerzeit zu Ende geht.
Protest zeigt sich auch auf Friedhöfen
Online verbreiten sich viele Videos von 40-Tage-Zeremonien im ganzen Land. Zu einigen versammelten sich offenbar mehrere Hundert Menschen, die häufig regierungskritische Slogans skandieren. Am Hauptfriedhof der westiranischen Kleinstadt Abdanan reckten nach einem Bericht der Nachrichtenagentur AP zahlreiche Menschen ihre Fäuste in die Höhe und skandierten "Tod für Chamenei". Sicherheitskräfte feuern offenbar aus einem gepanzerten Fahrzeug Tränengas ab.
Das Regime war gegen die Massenproteste Anfang Januar brutal vorgegangen. Die Organisation Human Rights Activists News Agency hat bislang mehr als 7.000 Tote gezählt und geht insgesamt von einer deutlichen höheren Zahl aus. Die iranische Regierung sprach am 21. Januar von 3.117 Toten und bezeichnete viele von diesen als Terroristen.
Ginter tut Ex-Klub weh: SC Freiburg schürt Gladbacher Abstiegsängste

Während sich der SC Freiburg in der Fußball-Bundesliga die Hoffnungen auf Europa aufrecht erhält, kommt Borussia Mönchengladbach der Abstiegsregion immer näher. Auch, weil mit Matthias Ginter ein Ex-Gladbacher beim 2:1 (1:0) der Freiburger am Sonntag in der 38. Minute traf, nach dem Tor von Igor Matanovic (74.) kam Gladbachs Treffer durch Haris Tabakovic (85.) zu spät.
"Das ist ein schlechtes Ergebnis, wir haben uns etwas anderes vorgestellt. Wir müssen deutlich mehr Flanken in den gegnerischen Strafraum fliegen lassen, weil es waren viele Gelegenheiten dazu da, wir haben da sehr viel liegengelassen", sagte Gladbach-Trainer Eugen Polanski im Sportschau-Interview. "Es ist gerade alles zäh. Es ist nützt nichts, wenn wir sagen, wir sind auf dem richtigen Weg, aber die Ergebnisse stimmen nicht."
Freiburgs Ginter trifft, aber jubelt nicht
In der ersten Halbzeit hatte die Partie ziemlich wenig zu bieten, es waren 45 Minuten fast ohne Torchancen - aber dafür mit zwei Aufregern und einem Happy End. Freiburg beschwerte sich zunächst (nicht zu Unrecht), dass es in der 7. Minute keinen Elfmeter gab, nachdem Jan-Niklas Beste nach einem langen Ball von Kevin Diks umgerissen worden war, Schiedsrichter Daniel Siebert aber abwinkte und nicht von seinen VAR-Kollegen korrigiert wurde.
Der Frust bei den Gastgebern war groß, die Fußballkunst danach auf niedrigem Niveau - aber einen Moment zum Staunen gab es doch noch. Nach einem von einem Gladbacher verlängerten weiten Einwurf schaffte es Ginter irgendwie, den Ball im Fallen per Seitfallzieher um seinen Gegenspieler Joe Scally zu drehen und das 1:0 für Freiburg zu erzielen (38.). Das hatte zwar nicht gerade in der Luft gelegen, unverdient war es aber auch nicht.
Für Ginter und seine Mannschaft war es ein enorm wichtiger Moment, für den Verteidiger selbst aber auch ein zwiespältiger. Das zeigte sich, als der Torschütze erst jubeln wollte, dann aber doch nur entschuldigend die Arme hob - denn Ginter war 2022 aus Gladbach zurück zu seinem Jugendklub Freiburg gewechselt. Zuvor hatte der ehemalige Nationalspieler fünf erfolgreiche Jahre am Niederrhein verbracht, spielte dort auch in der Champions League.
"Ich war natürlich glücklich, dass der Ball reingegangen ist. Aber weil ich super Jahre dort hatte, hatte ich nicht das Bedürfnis, überschwänglich zu jubeln", sagte Ginter im Sportschau-Interview. Über den Sieg freute er sich aber schon: "Das war heute ein hartes Stück Arbeit - kein Leckerbissen, aber wir sind froh über die drei Punkte."
Nicolas bewahrt Gladbach zunächst vor weiterem Rückschlag
Beinahe hätte die von Ginter erzielte Führung nicht bis zur Halbzeitpause Bestand gehabt. Tabakovic wurde in der Nachspielzeit bedient, der Mittelstürmer schloss jedoch aus kurzer Distanz zu hoch ab und vergab die einzige echte Gladbacher Gelegenheit auf einen Treffer im ersten Durchgang (45.+1). Zuvor hatte Tabakovic auch schon nach einer Flanke von Franck Honorat den Ball gänzlich verfehlt und verhindert, dass die Gäste gefährlich wurden (32.).
Gefahr strahlten die Gladbacher auch in der zweiten Halbzeit zunächst nicht aus, so entwickelte sich wieder ein zerfahrenes Spiel, weil Freiburg nicht ins offensive Risiko gehen musste. Die Gastgeber wurden nach einem weiten Einwurf aber erneut gefährlich, wieder verlängerte ein gegnerischer Spieler, diesmal kam Beste aus vier Metern ganz frei zum Abschluss, aber schoss Moritz Nicolas an (64.). Immerhin der Torhüter hielt Gladbach also im Spiel.
Freiburgs Matanovic profitiert von Nicolas' Fehler
Aber offensiv passierte weiterhin so gut wie gar nichts. Diks sorgte immerhin in der 70. Minute für den ersten Schuss auf das Freiburger Tor, Noah Atubolu hatte mit dem allerdings keine Probleme. Dagegen legte Nicolas dem Gegner nach seiner vorherigen Großtat das 2:0 auf - eine Hereingabe von Maximilian Eggestein, die für niemanden erreichbar war, machte der Torhüter wieder "scharf". Matanovic bedankte sich und schob ins leere Tor ein (75.).
Angesichts der Harmlosigkeit der Mannschaft von Trainer Eugen Polanski war das Spiel entschieden, daran änderte auch das Kopfballtor von Tabakovic nichts mehr (85.). Und damit war auch besiegelt, dass Gladbach noch ein Stück weiter in den Abstiegskampf rutschte. Nach dem 2:1-Erfolg des FC St. Pauli gegen Werder Bremen beträgt der Vorsprung auf Platz 16 nur noch zwei Punkte, auf Rang 17 sind es drei Zähler.
Gladbach gegen Union, Freiburg gegen Frankfurt
Am Samstag (28.02.2026) gegen Union Berlin will Gladbach nach nur drei Zählern aus den vergangenen sieben Spielen den Absturz stoppen. Freiburg hat dagegen zum Auftakt des 24. Spieltags am Freitag gegen Eintracht Frankfurt (20.30 Uhr) im Duell des Siebten gegen den Achten die Chance, einen direkten Konkurrenten im Kampf um den Europapokal zu distanzieren und den Top 6 noch näher zu kommen.
Regionales
Baden-Württemberg: Großer Kampf ohne Sieger - Heidenheim und Stuttgart trennen sich torreich unentschieden

Der VfB Stuttgart und der 1. FC Heidenheim haben sich in einem torreichen Schwaben-Duell an der Brenz unentschieden getrennt. Zwei Stuttgarter Treffer zählten nicht.
Chris Führich hatte den VfB Stuttgart schon nach fünf Minuten in Führung gebracht, Eren Dinkci traf eine Viertelstunde später zum Ausgleich (20. Minute). Nach 34 Minuten drehte Heidenheim per Foulelfmeter von Arijon Ibrahimovic sogar die Partie, zuvor war ein Treffer von Ermedin Demirovic wegen eines vorangegangenen Foulspiels aberkannt worden. Maximilian Mittelstädt erzielte kurz vor der Pause per Strafstoß den 2:2-Ausgleich (45.). In der 82. Minute traf Sirlord Conteh zum 3:2 für den 1. FC Heidenheim, Deniz Undav stellte mit seinem 3:3 den Endstand her (88.).
Besser hätte der Beginn für den VfB Stuttgart kaum laufen können. Im schwäbischen Duell mit dem Tabellenletzten aus Heidenheim sorgte Angreifer Chris Führich bereits mit der ersten nennenswerten Offensivaktion für die Stuttgarter Führung. Vorausgegangen war ein Ballverlust von Heidenheims Jan Schöppner in der eigenen Hälfte - Führich nutzte den Aufbaufehler, umspielte in hohem Tempo FCH-Kapitän Patrick Mainka und ließ Keeper Diant Ramaj aus rund 13 Metern keine Chance - 1:0 für den VfB (5. Minute).
VfB besser, Heidenheim gibt sich nicht auf
Im Gegensatz zu vergangenen Auftritten ließen die Gastgeber sich vom frühen Rückstand jedoch nicht gänzlich verunsichern. Zwar blieb der VfB Stuttgart das spielbestimmende Team, doch Heidenheim versuchte immer wieder, sich mit langen Bällen vor das Tor der Gäste zu spielen. Mit Erfolg. Nach 20 Minuten vollendete Eren Dinkci einen Querpass von Conteh aus elf Metern zum 1:1-Ausgleich (20.). "Unsere Devise ist, niemals aufzugeben", erklärte Eren Dinkci nach dem Spiel gegenüber SWR Sport. "Ich denke, das hat man heute gesehen." Zehn Minuten später stand die Leihgabe des SC Freiburg schon wieder im Mittelpunkt des Geschehens.
Nach einem Heidenheimer Konter über Christian Conteh auf der rechten Seite erlief der Deutschtürke im Gästestrafraum den Ball und kam im Zweikampf mit Mittelstädt zu Fall. Schiedsrichter Sascha Stegemann entschied zunächst auf Weiterspielen. Den Stuttgarter Gegenstoß über Bilal El Khannouss veredelte Ermedin Demirovic sehenswert per Drehschuss zum 2:1 für den VfB Stuttgart - dachten zunächst alle (30.). Während Stuttgart jubelte, protestierten die Hausherren vehement. Zurecht, wie der Referee nach Ansicht der Videobilder entschied. Mittelstädt hatte im Zweikampf mit Dinkci lediglich dessen Schienbein, jedoch nicht den Ball erwischt. Statt der erneuten Führung für den VfB Stuttgart entschied Stegemann auf Strafstoß für Heidenheim.
Ibrahimovic dreht das Spiel, Stuttgart kommt zurück
Diesen verwandelte Sommerneuzugang Arijon Ibrahimovic ins rechte untere Eck (34.). Der 1. FC Heidenheim hatte das Spiel gedreht. Die Freude über die FCH-Führung währte jedoch nicht lange an der Brenz. Kurz vor dem Pausenpfiff entschied Stegemann schon wieder auf Elfmeter. Dieses Mal auf der anderen Seite. Conteh hatte Chema Andrés mit einer Berührung am Knie von den Füßen geholt. Eine harte, aber vertretbare Entscheidung. Den fälligen Foulelfmeter verwandelte Maximilian Mittelstädt zum 2:2. Kurz vor dem Pausenpfiff hätte Heidenheim sogar noch einmal in Führung gehen können, doch der Kopfball von Mainka segelte knapp am Tor vorbei. So gingen die Teams mit einem Remis in die Kabine.
Die zweite Hälfte begann zunächst ohne zwingende Offensivaktionen. Weder der VfB Stuttgart, noch der FCH schaffte es, gefährliche Momente zu erarbeiten. Ein Schuss von Dinkci aus rund 14 Metern konnte VfB-Keeper Alexander Nübel nicht vor Probleme stellen (50.). So reagierte Stuttgarts Cheftrainer Sebastian Hoeneß früh mit einer ersten Auswechslung. Für Tiago Tomas kam Deniz Undav (52.). In der Folge erspielte sich der VfB langsam aber sicher ein Übergewicht, Heidenheim verlegte sich aufs Kontern.
Demirovic trifft wieder - Treffer zählt wieder nicht
Nach 73 Minuten jubelte der VfB Stuttgart erneut. Wieder hatte Demirovic getroffen, dieses Mal per Kopf nach einem Freistoß-Chip von Angelo Stiller an den Elfmeterpunkt. Doch einmal mehr entschied Stegemann nach Videobeweis gegen den VfB. Demirovic hatte im Moment des Abspiels knapp im Abseits gestanden. Es blieb beim 2:2.
"Es sollte heute nicht sein", sagte der ausgebremste Torjäger nach dem Spiel am SWR-Mikrofon. "Es ist extrem bitter. Vor zwei Tagen in Glasgow wurde schon ein Treffer von mir zurückgenommen, jetzt wieder zwei. Da hat man das Gefühl, man darf gar nicht mehr jubeln", so Demirovic weiter, um dann aber doch noch optimistisch hinzuzufügen: "Irgendwann zählt er schon wieder und dann werde ich auch wieder jubeln können."
Conteh und Undav sorgen für den Endstand
Vor allem die Gastgeber aus Heidenheim wollten sich mit der Punkteteilung nicht zufrieden geben, suchten nun immer stärker den Weg nach vorne und wurden für das erhöhte Risiko belohnt. In der 82. Minute erkämpfte sich Stefan Schimmer am Mittelkreis gegen Ramon Hendriks den Ball und schickte Ibrahimovic steil an den Sechzehner. Dessen Abschluss konnte Nübel nur nach vorne parieren - genau in die Beine von Sirlord Conteh, der aus wenigen Metern abstaubte. Die erneute Führung für den FCH.
Für den Schlussakkord durfte dann aber wieder Stuttgart ran. Der kurz zuvor eingewechselte Jamie Leweling setzte mustergültig den ebenfalls eingewechselten Deniz Undav am Heidenheimer Strafraum in Szene, der von der Sechzehnerkante freistehend abzog - und traf. Diesmal zählte der Stuttgarter Treffer. Der letzte Akt in einem verrückten Spiel, das am Ende keinen Sieger mehr fand.
Durch die Punkteteilung steht der VfB Stuttgart am Ende des 23. Spieltags auf dem vierten Tabellenplatz, zwei Punkte vor Verfolger Leipzig. Der 1. FC Heidenheim bleibt mit 14 Zählern am Tabellenende und hat weiter sechs Punkte Rückstand auf St. Pauli und den Relegationsplatz. Am kommenden Wochenende trifft Heidenheim im Abstiegskracher auf Tabellennachbar Werder Bremen. Der VfB Stuttgart empfängt zuhause den VfL Wolfsburg.
Berlin: Bus prallt gegen Baum - zwölf Menschen verletzt

In Berlin ist ein Pkw in einen Bus gefahren. Der Bus der Berliner Verkehrsbetriebe kam von der Fahrbahn ab und prallte gegen einen Baum. Insgesamt wurden bei dem Unfall zwölf Menschen verletzt.
Bei einem Verkehrsunfall in Berlin-Spandau wurden am Sonntag zwölf Menschen verletzt. Ein Pkw war Feuerwehr und Polizei zufolge auf der Gatower Straße gegen 13:30 Uhr mit einem Bus der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) zusammengeprallt.
Der Bus kam den Angaben zufolge nach dem Zusammenstoß von der Fahrbahn ab und prallte gegen einen Baum. Zunächst hieß es von der Polizei, der Bus sei gegen mehrere Fahrzeuge geprallt.
Pkw-Fahrer lebensbedrohlich verletzt
Der 46 Jahre alte Fahrer des Pkw erlitt den Angaben zufolge lebensgefährliche Verletzungen. Er wurde demnach mit einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht. Elf weitere Menschen verletzten sich bei dem Unfall leicht, hieß es weiter, sie wurden zum Teil ebenfalls in umliegende Kliniken gebracht. Unter den Verletzten sei der 26 Jahre alten Busfahrer sowie zehn Fahrgäste.
Die weiteren Hintergründe des Unfalls sind laut Einsatzkräften noch unklar. Polizei und Feuerwehr sind mit einem Großaufgebot mit mehr als 50 Kräften vor Ort. Der Unfallort wurde weiträumig abgesperrt.
Brandenburg: Havelland: Holger Schreiber als Bürgermeister von Wustermark wiedergewählt

Der parteilose Holger Schreiber bleibt Bürgermeister der havelländischen Gemeinde Wustermark. Der Amtsinhaber setzte sich am Sonntag bereits im ersten Wahlgang mit 61,9 Prozent der Stimmen gegen seine Herausforderer Fabian Streich (Die Linke / 22,8 Prozent) und Enrico Lindhorst (CDU / 16,2 Prozent) durch.
Rund 9.000 Menschen waren am Sonntag wahlberechtigt und aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Die Wahlbeteiligung lag bei 44,7 Prozent.
Für die Wahl wurden elf Urnen- und drei Briefwahllokale eingerichtet. Fast 100 Wahlhelfende waren im Einsatz. In Wustermark leben fast 11.300 Menschen. Zur Gemeinde gehören die Ortsteile Elstal, Wustermark, Priort, Buchow-Karpzow und Hoppenrade.
Hessen: Warum alternative Kraftstoffe noch kaum fliegen

Die Luftfahrtbranche will weiter wachsen, aber um ihre Klimaziele zu erreichen, müssen die Treibhausgasemissionen zurückgehen. In Frankfurt arbeiten mehrere Unternehmen an klimafreundlicheren Treibstoffen - doch liegt darin wirklich die Lösung?
Zwischen Fabrikgebäuden, Chemikalien-Tanks und Schornsteinen liegt im Industriepark Höchst eine vergleichsweise kleine, unauffällige Anlage. In drei modular aufeinander gesteckten Stockwerken aus Metallgerüsten und Wellblech verbirgt sich das, worauf Ingenieure und Investoren hier große Hoffnungen setzen: der rund zwei Meter breite und fünf Meter hohe "Plasma-Bodouard-Reaktor".
Mit der Anlage will das Start-up Caphenia synthetischen Kraftstoff für die Luftfahrt herstellen - als klimafreundlichere Alternative zu fossilem Kerosin.
Beweis der Technologie steht noch aus
Noch ist der Reaktor kalt, die letzten Rohre sind noch nicht verbunden. Wie Beiratsvorsitzender Kay Kratky bei einem Rundgang vor Ort erklärt, wolle man in diesem Jahr aber nach jahrelangen Planungen endlich loslegen, den "Proof of Concept erbringen", wie er sagt. Damit gemeint ist: Beweisen, dass die Technologie in der Praxis funktioniert.
Im Reaktor sollen mehrere chemische Reaktionen hintereinander stattfinden, teils unter Temperaturen von rund 2.000 Grad.
Die Idee: CO2 verwerten, um Kerosin herzustellen
Dabei sollen die benötigten Ausgangsstoffe CO2, Methan und Wasser, in ihrer Molekülstruktur aufgebrochen und zu einem neuen Gas zusammengesetzt werden. "Dieses Synthesegas ist ein Zwischenprodukt, was mit einer weiteren Veredelung in flüssige Kraftstoffe als Endprodukt umgewandelt werden soll", sagt Kratky.
"Die Technologie ist von uns entwickelt worden und patentiert, die gibt es auf der Welt nur bei uns", sagt Kratky. Was er als weltweit einzigartig beschreibt, ist das konkrete chemische Verfahren.
Dutzende Forschungsprojekte, noch keines in der Praxis
Die Idee, aus nicht-fossilen Stoffen durch chemische Reaktionen Kraftstoff herzustellen, ist allerdings nicht neu: Direkt neben der Anlage von Caphenia im Industriepark Höchst arbeitet ein weiteres Start-up an einer Produktionsanlage für sogenannte nachhaltige Kraftstoffe, Sustainable Aviation Fuels (SAF), übersetzt "nachhaltige Luftfahrt-Kraftstoffe".
Deutschlandweit gibt es laut Florian Linke, der am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) zur Umweltwirkung des Luftverkehrs forscht, rund 30 Pilotprojekte, die an der Entwicklung solcher synthetisch hergestellten Treibstoffe forschen.
Auch an der Entwicklung von Wasserstoff- oder Elektroflugzeugen werde intensiv gearbeitet, sagt Linke. Unter den verschiedenen technischen Optionen seien aus seiner Sicht "die nachhaltigen Flugkraftstoffe durchaus die vielversprechendsten".
Linke sagt aber auch: Tatsächlich zum Fliegen gekommen sind die synthetischen Stoffe aus den deutschen Pilotanlagen bislang bei noch keiner Airline.
"Henne-Ei-Problem" bei der Finanzierung
Woran das liegt, erklärt Logistik-Professorin Kirstin Zimmer von der Frankfurt University of Applied Sciences (FUAS) mit dem "Henne-Ei-Problem". Zimmer, die sich schwerpunktmäßig mit Luftverkehrsmanagement beschäftigt, sagt, man stehe nun am entscheidenden Schritt: "Eigentlich ist die Technologie da. Aber dann ist die Frage, wer finanziert das?"
Die einzigen alternativen Kraftstoffe, die heute schon in sehr kleinem Umfang eingesetzt würden, seien die sogenannten SAF aus biogenen Kraftstoffen, also beispielsweise Speiseölen. Schon diese Stoffe seien drei- bis fünfmal teurer als fossiles Kerosin, schätzt Zimmer. Bei synthetischen Kraftstoffen handle es sich dann eher um den Faktor Fünf bis Zehn.
Damit die Kraftstoffe günstiger würden, bräuchte es größere Produktionsanlagen - und um diese wiederum aufzubauen, bräuchte es "enorm hohe Investments", sagt auch Kay Kratky vom Start-up Caphenia in Frankfurt. "Da beißt sich die Katze in den Schwanz", fasst er das Problem zusammen.
500 Tonnen im Jahr - ein Tropfen auf dem heißen Stein?
Wie teuer eine Tonne nachhaltigeres Kerosin aus der Anlage von Caphenia einmal sein wird, will die Firma nicht verraten. In ihrer jetzigen Bauweise, "semi-industriell", wie es bei Caphenia heißt, könne der Reaktor im Industriepark Höchst jährlich 500 Tonnen Kraftstoff produzieren. Angesichts der Größe des Reaktors sei das "großartig", verglichen mit dem internationalen Bedarf aber "nicht supermäßig viel", räumt Kratky ein.
Zum Vergleich: Allein am Frankfurter Flughafen werden im Jahr mehrere Millionen Tonnen Kerosin verbraucht. Der Caphenia-Reaktor ließe sich jedoch relativ leicht auf eine industrielle Produktion hochfahren, verspricht das Unternehmen - sofern es dafür dann die entsprechenden Investments und Abnahmegarantien der Airlines gebe.
Kratky sieht gegenüber Mitbewerbern im Geschäft mit den nachhaltigeren Kraftstoffen einen entscheidenden Vorteil in der patentierten Technologie, für die er und sein Team hier in Höchst den "Proof of Concept" erbringen wollen: "Im Vergleich zu anderen Prozessen brauchen wir nur etwa ein Sechstel der erneuerbaren Energie."
SAF brauchen viel grünen Strom
Damit verweist Kratky auf ein weiteres Problem, das es im Feld der alternativen Kraftstoffe grundsätzlich noch gibt: der hohe Bedarf an erneuerbarem Strom.
"Man muss sehr viel Energie aufwenden, um diese alternativen Kraftstoffe überhaupt zu erzeugen", sagt Tobias Hungerland vom Berliner Institut für Innovation und Technik. Für eine Studie des Büros für Technikfolgen-Abschätzung beim Bundestag hat er sich ebenfalls intensiv mit den Vor- und Nachteilen alternativer Antriebe und Kraftstoffe fürs Fliegen auseinandergesetzt.
Besonders, wenn es darum gehe, die Produktion auf größere, industrielle Mengen hochzufahren, sei das "nicht ganz so ökonomisch und ökologisch, wenn man den Energiemix mitberücksichtigt", so Hungerland.
EU gibt steigende Quoten vor
Die politischen Rahmenbedingungen in der EU geben vor, dass der Anteil von alternativen Kraftstoffen bald deutlich steigen muss: Bis 2030 sollen die Airlines sechs Prozent SAF zum fossilen Kerosin beimischen, aktuell sind es noch zwei Prozent.
Diese Quote wird laut Florian Linke vom DLR aktuell noch über die derzeit einzigen verfügbaren Biomasse-Kraftstoffe gedeckt, die aber nur begrenzt verfügbar seien.
Klimaneutral fliegen bis 2050?
Im Jahr 2050 will die EU insgesamt klimaneutral sein - davon ist die Luftfahrt nicht ausgenommen. Einen großen Anteil dazu sollen mit 70 Prozent Beimischung die SAF beitragen, der übrige Anteil soll den Plänen zufolge größtenteils über den Emissionshandel ausgeglichen werden.
"Ich selbst glaube nicht daran, dass man das schaffen wird", sagt die Frankfurter Professorin Zimmer mit Blick auf das Netto-Null-Ziel 2050. Eine genauere Prognose gibt Florian Linke vom DLR ab: "Für realistisch halten wir eine Reduktion von 82,3 Prozent". Gemeint seien damit nicht nur die CO2-Emissionen, sondern auch andere klimawirksame Schadstoffe.
Das Problem mit dem Wachstum
Eine grundlegende Voraussetzung bei diesen Berechnungen: die Luftfahrt wächst weiter. Auch der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport rechnet für das laufende Jahr mit einem Wachstum.
Mehr Flüge wirken sich aktuell noch stark auf die Treibhausgasemissionen des Flughafens aus: Nach einem pandemiebedingten Einbruch zwischen 2019 und 2021 steigen seitdem auch die Emissionen durch den Flugverkehr wieder an.
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Experte: Keine Klimaneutralität ohne Rückgang bei Flügen
Tobias Hungerland verweist darauf, dass der Trend auch weltweit nach oben gehe. "Allein auf dieser Ebene wird die Luftfahrt in den nächsten 20 Jahren nicht klimaneutral - es sei denn, der Luftverkehr geht wirklich zurück." Doch das sei von den Fluggesellschaften "natürlich nicht gewünscht."
Anreize, weniger zu fliegen und stattdessen Bahn zu fahren, oder eine Besteuerung der Luftfahrt, bei der die schädlichen Effekte miteingepreist würden, seien für das Klima wirksame und direkt verfügbare Hebel.
Die Airlines fordern von der Politik - teils mit Erfolg - allerdings das Gegenteil: weniger Steuern, damit sie weiter wachsen können und wettbewerbsfähig bleiben.
Ungewissheit, ob es bei den politischen Vorgaben bleibt
Auch an den EU-Regelungen zum SAF-Anteil könne bei einer Überarbeitung der bestehenden Regelungen noch einmal geschraubt werden, befürchtet Kay Kratky vom Start-up Caphenia. Er weiß: "Für die Airlines ist es zu teuer."
Seine Forderung sei jedoch: "Die Quoten müssen bleiben." Nur wenn es belastbare Rahmenbedingungen gebe, könne man Investoren überzeugen, die Milliardensummen in die Hand zu nehmen, die nötig seien, um Produktionsanlagen für die alternativen Kraftstoffe im großen Stil ans Laufen zu bringen.
Nordrhein-Westfalen: Björn Höcke: Warum der AfD-Extremist gerade durch NRW tourt

Eigentlich ist Björn Höcke AfD-Chef in Thüringen. Doch gerade ist der rechtsextreme Politiker öfter in NRW zu sehen. Dahinter könnte ein Machtkampf in der AfD stecken.
Björn Höcke ist ein ungewohnter Gast in NRW - eigentlich. Doch gerade wird ein Besuch in Dortmund heftig diskutiert: Die dortige Ratsfraktion der Dortmunder AfD hat den rechtsextremen Politiker heute Abend (22.02.26) zu ihrem Neujahrsempfang eingeladen.
Bürgermeister Alexander Kalouti (CDU) war dagegen und hatte die Veranstaltung verboten. Begründung: Die Veranstaltung sei so kein Empfang mehr, sondern eine parteipolitische Veranstaltung, und die seien im Rathaus nicht erlaubt.
Doch die AfD hatte vor Gericht Erfolg: Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hat das Verbot am Freitagabend gekippt - und für eine Beschwerde vor einer höheren Instanz war es so knapp vor dem Wochenende dann zu spät. Ergebnis: Höcke war am Sonntag dabei, begleitet von Protest. Mehr als 3.000 Menschen versammelten sich vor dem Rathaus, um gegen den Auftritt zu demonstrieren.
Hinter dem Auftritt könnte mehr stecken als Eigenwerbung für den höchst umstrittenen Politiker. Denn Höcke ist nicht nur in Dortmund zu Gast. Geplant war für Sonntagvormittag in Detmold auch ein Fototermin am Hermannsdenkmal. Dort versammelten sich jedoch vorab im strömenden Regen etwa 350 Demonstranten, um gegen Höckes Auftritt zu protestieren. Zu dem Protest aufgerufen hatten die "Linksjugend Lippe" und die Grünen.
Höcke wich daraufhin in das wenige Kilometer entfernte Horn-Bad Meinberg aus. Dort ließ er sich an den Externsteinen mit einigen AfD-Anhängern fotografieren. Sowohl das Hermannsdenkmal als auch die Externsteine bekamen im Nationalsozialismus eine propagandistische Bedeutung. In rechtsextremen Kreisen gelten sie bis heute als besondere Kultorte. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe als Betreiber der beiden Ausflugsziele kämpft seit Jahren gegen die Vereinnahmung der Orte durch Rechtsextreme.
Am Montag möchte Höcke darüber hinaus in Düsseldorf bei einer AfD-Versammlung im Stadtteil Garath dabei sein. Dort hatte die AfD bei den nordrhein-westfälischen Kommunalwahlen im vergangenen Herbst einen Spitzenwert von rund 32 Prozent erzielt.
Dass der Kreisverband in Düsseldorf und die Fraktion in Dortmund Höcke einladen, kann man als Machtkampf innerhalb der AfD verstehen. Denn der Landesverband NRW gilt als gemäßigter als in anderen Bundesländern, unter anderem wegen des Vorsitzenden Martin Vincentz. Der hat sich in der Vergangenheit für eine gewisse Abgrenzung nach Rechtsaußen ausgesprochen.
Extreme wollen Einfluss in NRW-AfD
Doch das passt nicht allen Mitgliedern in NRW: Mit dem prominenten Höcke als Gast positionieren sie sich auf der ganz äußeren rechtsextremen Linie. Seit Monaten formiert sich in der AfD Widerstand gegen Parteichef Vincentz.
Dazu passt auch, dass Höcke am Hermannsdenkmal zusammen mit dem Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich aus Dortmund auftreten wollte - was nun an den Externsteinen stattfand. Helferich wurde vergangenes Jahr aus dem Landesverband der AfD ausgeschlossen, wegen "völkischer Tendenzen". Auch er gehört also zum besonders rechten Lager.
Anfang März veranstaltet die NRW-AfD einen Parteitag in Marl. Dabei soll auch der Landeschef neu gewählt werden. Amtsinhaber Vincentz gilt als geschwächt. Die extremeren Kräfte in der AfD könnten ihm den Kampf ansagen, um im NRW-Verband die Macht zu übernehmen - unter anderem mit Auftritten wie denen von Björn Höcke.
Unsere Quellen:
- Stadt Dortmund, Stadt Düsseldorf
- Verwaltungsgericht Gelsenkirchen
- Einschätzungen der landespolitischen Redaktion des WDR
- WDR-Archiv
- WDR-Reporter vor Ort
- dpa
Rheinland-Pfalz: Jugendlicher balanciert auf Nahe-Brücke in Norheim und stürzt ab

Ein 16-jähriger ist im Landkreis Bad Kreuznach von der Brüstung der Norheimer Auenbrücke gestürzt. Laut Feuerwehr fiel er vier Meter in die Tiefe, landete aber nicht im Wasser.
"Jugendlicher Leichtsinn" nennt es der Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr der Verbandsgemeinde Rüdesheim, Rouven Ginz. Ein 16-Jähriger war am Samstagabend auf der Brüstung der Norheimer Auenbrücke balanciert und abgestürzt. Er fiel nach Angaben des Feuerwehrsprechers vier Meter in die Tiefe und blieb verletzt auf der Böschung liegen.
Jugendlicher verletzt sich am Fußgelenk
Durch den Sturz habe sich der Jugendliche am Fußgelenk verletzt, sagte Ginz dem SWR. Er habe kein Verständnis für solche unüberlegten Aktionen, so der stellvertretende Wehrleiter weiter. "Aktuell besteht an der Nahe zwar keine Hochwassergefahr, aber die Nahe hat aufgrund der Schneeschmelze der vergangenen Tage doch eine höhere Fließgeschwindigkeit." Im kalten Wasser hätte der 16-Jährige abtreiben können.
Einsatzkräfte von Rettungsdienst und Feuerwehr versorgten den Jugendlichen. Er wurde ins Krankenhaus gebracht. Erst vor drei Wochen war ein Mann bei Bad Sobernheim in die Nahe gestürzt. Er konnte trotz einer großen Suchaktion bislang nicht gefunden werden.
Vier weitere Einsätze für Feuerwehr der Verbandsgemeinde Rüdesheim
Der Einsatz in Norheim war am Samstag nur einer von vielen für die Freiwillige Feuerwehr der VG Rüdesheim. So wurden die Feuerwehrleute auch wegen einer Ölspur in Oberhausen alarmiert - außerdem brannte Grünschnitt in Spabrücken.
Und in Argenschwang drohte der Gaucksgrabenbach überzulaufen. Das verhinderte die Feuerwehr, indem sie einen verstopften Gitterrost reinigte. Schließlich musste am späteren Samstagabend in Weinsheim noch eine Einsatzstelle ausgeleuchtet werden: Ein Mann war im dunklen Garten gestürzt und hatte sich verletzt.
Zuerst gar keine Einsätze für die Feuerwehr Rüdesheim - dann ganz viele
Das seien schon außergewöhnlich viele Einsätze gewesen, sagt Sprecher Rouven Ginz. Vor allem, da sie vom 1. bis zum 13. Februar kein einziges Mal hätten ausrücken müssen. Seit dem 13.2. jedoch schon 14 Mal.
Saarland: Dachstuhlbrand in Freisen-Oberkirchen – Feuerwehrmann leicht verletzt

In Freisener Ortsteil Oberkirchen ist am Sonntag ein Brand in einem Haus ausgebrochen. Die Feuerwehr konnte das Feuer löschen, allerdings wurde eine Einsatzkraft leicht verletzt. Das Haus ist nach dem Brand unbewohnbar.
Die Feuerwehr ist am Sonntagvormittag zu einem Brand in Freisen-Oberkirchen ausgerückt. Das Feuer war im Dachstuhl eines Hauses ausgebrochen.
Feuerwehrmann leicht verletzt
Wie die Polizei mitteilte, ist bei dem Einsatz ein Feuerwehrmann leicht verletzt worden. Die Anwohner blieben demnach unverletzt.
Das Haus ist nicht mehr bewohnbar. Die Ursache für den Brand ist derzeit noch unklar, die Polizei ermittelt.
Sachsen: Potenzmittel in Honig und Schokolade: Zoll zieht gefälschte Lebensmittel aus dem Verkehr

Im vergangenen Jahr hat der Zoll in Sachsen 44 Lebensmittellieferungen beschlagnahmt, die illegal mit Arzneiwirkstoffen versetzt waren. Sie enthielten Potenzmittel und Appetitzügler.
In Sachsen sind im vergangenen Jahr 44 Lieferungen vermeintlicher Lebensmittel aus dem Verkehr gezogen worden, die illegal mit Arzneiwirkstoffen versetzt waren. Das teilten die Landesdirektion Sachsen (LDS) und das Hauptzollamt Dresden mit.
Von wegen Kräuterpaste, Honig und Schokolade
Bei Kontrollen wurden vor allem Honig, Kräuterpasten und Trinkschokoladen entdeckt. Die enthielten in 29 Fällen Potenzmittel und in 15 Fällen Appetitzügler. Die von Zöllnern beschlagnahmten Produkte hatten Apotheker der Landesdirektion Sachsen exakt überprüft und eingeordnet.
Landesdirektion warnt vor gesundheitlichen Schäden
Der Präsident der Landesdirektion, Präsident Béla Bélafi, warnte vor möglichen Gesundheitsschäden. "Diese Produkte können gesundheitliche Schäden hervorrufen. Arzneimittel mit den festgestellten Wirkstoffen sind in Deutschland zulassungs- und verschreibungspflichtig und werden nur unter ärztlicher Aufsicht eingesetzt", sagte er.
Weil solche Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz auch Straftraten sein können, sind die Verfahren an die Staatsanwaltschaft übergeben worden. Diese entscheidet im Einzelfall ob sie ein Straf- oder Ordnungswidrigkeitsverfahren einleitet, hieß es weiter.
Sachsen-Anhalt: Nach Kaufland-Aus im Südstadt-Center Halle: Eigentümer will Einkaufszentrum wieder öffnen

Nach dem Aus von Kaufland im Südstadt-Center in Halle hat der Eigentümer angekündigt, die Sicherheitsmängel in dem Einkaufszentrum bis Mitte März zu beheben. Anwohner bangen unterdessen um die Versorgung vor Ort.
Nach der Schließung von Kaufland im Südstadt-Center in Halle hat der Center-Eigentümer angekündigt, das wegen Brandschutzmängeln geschlossene Einkaufszentrum zeitnah wieder öffnen zu wollen. Die Hedera Bauwert GmbH teilte auf Anfrage von MDR SACHSEN-ANHALT mit, die Prüfung der Sicherheitsmängel samt Reparaturen bis zur zweiten Märzwoche schließen zu wollen.
Kaufland hat Mietvertrag im Südstadt-Center Halle gekündigt
Am Donnerstag war bekannt geworden, dass Kaufland im Südstadt-Center dauerhaft geschlossen bleibt. Einem Unternehmenssprecher zufolge wurden die Betroffenen informiert, der Mietvertrag fristlos gekündigt. Ein Vertrauensverhältnis zum Vermieter sei nicht mehr gegeben: "Die vielfältigen baulichen Mängel im gesamten Gebäude, besonders im Bereich des Brandschutzes, vor allem aber das fehlende Vertrauensverhältnis zum Vermieter machen eine Wiedereröffnung der Filiale jedoch unmöglich."
Laut dem Sprecher ging das Unternehmen als größter Mieter wegen der Baumängel in dem Südstadt-Center mehrfach selbst in Vorleistung. Für die 80 Beschäftigten würden Versetzungen in umliegende Filialen geprüft.
Stadt Halle untersagt Nutzung des Gebäudes wegen mangelndem Brandschutz
Seit Anfang Februar kann Kaufland seine Filiale im Südstadt-Center aufgrund einer Schließungsverpflichtung nicht mehr betreiben. Seitdem habe das Unternehmen verschiedene Optionen geprüft, wie es am Standort weiter eine Perspektive geben könne, erklärte der Sprecher.
Die Stadt Halle hatte der Berliner Eigentümerin Hedera Bauwert GmbH am 4. Februar offiziell eine Nutzungsuntersagung wegen erheblicher Brandschutzmängel im Einkaufszentrum zugestellt. Gegenüber MDR SACHSEN-ANHALT erklärte die Stadt, sie sei natürlich am Erhalt und einer Lösung zugunsten des Centers interessiert. Man befinde sich im ständigen Austausch mit dem Eigentümer.
Bauaufsicht spricht von "katastrophalem Zustand"
Bereits Mitte Januar hatte die Bauaufsicht das Center begangen. Nach MDR-Informationen waren die Prüfer angesichts des – so wörtlich – "katastrophalen Zustands" alarmiert. Hinzu kommt: Die Fernwärmeversorgung wurde bereits im Sommer 2025 abgeschaltet. Mehrere Geschäfte hatten das Center deswegen bereits verlassen.
Auch Anwohner hoffen auf eine schnelle Wiedereröffnung. Die Versorgung in der Südstadt und auf der Silberhöhe würden ohne das Center nicht funktionieren, die Wege seien zu weit, so die Stimmen vor Ort. Bereits mehrfach haben deswegen einige Hallenser für den Erhalt des Centers demonstriert.
Thüringen: Über 80 rechtsextreme Konzerte - Thüringen bundesweiter Hotspot

Die Bundesregierung registriert Thüringen als Hauptstandort rechtsextremer Musik-Events. Die Linke fordert nun ein entschiedeneres Vorgehen der Behörden.
Thüringen hat im vergangenen Jahr bundesweit die meisten offen angekündigten rechtsextremen Musikveranstaltungen verzeichnet. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Thüringer Linke-Bundestagsabgeordneten Mandy Eißing sowie weiterer Abgeordneter der Linke-Fraktion hervor.
Demnach wurden von 193 deutschlandweit angekündigten Veranstaltungen mit Musikbeiträgen mehr als 80 in Thüringen durchgeführt. Laut Bundesregierung lag der Schwerpunkt in einem Ort in Südthüringen. Auch im benachbarten Sachsen fanden zahlreiche Konzerte statt.
Linke fordert entschiedenes Vorgehen der Behörden
Insgesamt erfasste die Polizei bundesweit 345 Konzerte, Liederabende oder ähnliche Veranstaltungen. In dieser Zahl seien auch sonstige Musikdarbietungen etwa im Rahmen von Demonstrationen enthalten.
Eißing mahnte ein entschiedeneres Vorgehen der Behörden an. In ihrer Mitteilung fordert sie bessere Informationsstrukturen, ein konsequentes Einschreiten der Sicherheitsbehörden und strengere Auflagen für Veranstalter. Bei den Konzerten handele es sich nicht um harmlose Partys, sondern um "Geldquellen, Rekrutierungsevents und ideologische Plattformen für die extreme Rechte".
Hamburg: Gerissene Oberleitung am Hamburger Bahnhof: War es eine Taube?

Am Hamburger Hauptbahnhof ist am Sonntagmorgen eine Oberleitung gerissen. Mehrere Gleise waren gesperrt. Metronomzüge fuhren zwischenzeitlich nur bis Harburg. Es wird vermutet, dass ein Vogel das Bahnchaos ausgelöst hat.
Ein greller Blitz und ein lauter Knall haben gegen 8.30 Uhr die Passagiere im Hauptbahnhof ordentlich erschreckt. Mitten im Bahnhof - an Gleis 12 - war die Oberleitung gerissen. Ein Teil der Leitung hing auf einem Metronomzug, der nach Bremen fahren sollte; ein anderer Teil lag zwischen den Bahnsteigen. Laut eines Bahnsprechers war das Tragseil gerissen, nachdem es zuvor einen Kurzschluss gegeben hat. Reporter sahen nach dem Vorfall eine tote Taube im Gleisbett liegen. Inzwischen wird nach NDR Informationen vermutet, dass der Vogel gegen die Oberleitung flog und den Vorfall so auslöste.
Mehrere Bahnsteige vorübergehend gesperrt
Der Metronom wurde danach geräumt und der Bereich stromlos geschaltet. Mehrere Bahnsteige waren vorübergehend gesperrt. Die Reparatur der Oberleitung an Gleis 12 dauerte bis in die frühen Abendstunden an. Alle anderen Gleise wurden gegen Mittag wieder für den Zugverkehr freigegeben.
Metronomzüge fuhren zwischenzeitlich nur bis Harburg
Metronomzüge konnten den Hauptbahnhof zwischenzeitlich nicht anfahren und starteten beziehungsweise endeten in Harburg. Züge fielen nach Angaben der Deutschen Bahn nicht aus, aber es gab Gleiswechsel und Verspätungen.
Zeitgleich Einschränkungen auf der A7
Der Vorfall am Hauptbahnhof traf Hamburg genau an dem Wochenende, an dem auch die Autobahn 7 wegen Bauarbeiten bis Montagfrüh gesperrt ist. Die Polizei hatte empfohlen, Hamburg zu umfahren oder auf die Bahn umzusteigen.
Mecklenburg-Vorpommern: Den Seeadlern auf der Spur: Wenn Frost über Leben entscheidet

Zehntausende Wildvögel haben diesen Winter allein in Mecklenburg-Vorpommern nicht überlebt. Für Aasfresser wie die Seeadler bedeuten die toten Vögel jedoch ein reiches Buffet.
An den vereisten Gewässern Mecklenburg-Vorpommers liegen unzählige tote Schwäne, Enten und Kormorane. Mindestens 10.000 Wildvögel allein im Jasmunder Bodden (Landkreis Vorpommern-Rügen) haben diesen Winter bisher nicht überlebt. Das beobachtet auch der Ornithologe Kevin Hempel aus Stralsund. Gemeinsam mit kleineren Gruppen streift er regelmäßig bei seinen geführten Touren durch die Natur Rügens. Im Februar dieses Jahres hat er auf der Halbinsel Zudar 54 tote Schwäne liegen sehen. Erwartet hätte er, seiner Erfahrung der letzten Jahre nach, höchstens zehn.
Das Ende für die einen, Nahrung für die anderen
Als die Häufung der Totfunde angefangen hatte, war das auch für den Stralsunder erschreckend. Mittlerweile sehe er aber auch das Positive daran. Denn was für die Einen das Ende bedeutet, sichert den Anderen das Leben. Für Seeadler bedeuten die toten Wildvögel derzeit ein reiches Buffet. So müssen die Raubvögel, die sich auch von Aas ernähren, nicht so viel jagen. Denn das koste vor allem bei den niedrigen Temperaturen viel Energie, so der Ornithologe. "Von daher sollte man da auch mal die andere Seite sehen und nicht nur 'Ja die Tiere sterben und das ist alles so schlimm'. Ja, schön ist das definitiv nicht, aber ich denke, dass es auch irgendwo was sehr Positives hat", sagt der 30-Jährige. Laut Hempel seien es vor allem Höckerschwäne die hier auf Rügen verenden. Der Bestand dieser Art sei jedoch in Deutschland stabil: "Natürlich, jedes Tier, was stirbt, ist irgendwo auf gewisse Art nicht schön, aber bei der Art ist es wohl vertretbar", argumentiert Hempel.
Als Naturführer den Kreislauf des Lebens näher bringen
Mit über 40 Brutpaaren gehört die Insel Rügen zu den größten Seeadler-Revieren Deutschlands. Bereits seit seiner Kindheit ist der gebürtige Stralsunder von den Königen der Lüfte fasziniert. Seitdem studiert er diese majestätischen Raubvögel mit einer Flügelspannweite von bis zu zweieinhalb Metern und kennt ihr Leben in- und auswendig. Die Liebe zur Vogelwelt und sein Wissen als Ornithologe möchte Hempel bei seinen Führungen weitergeben. Seit knapp drei Jahren bietet er als Natur- und Landschaftsführer Touren zu verschiedenen Tier- und vor allem Vogelarten auf der Insel Rügen und auf dem Festland im Kreis Vorpommern-Rügen an. Dabei versuche er seinen Teilnehmerinnen und Teilnehmern auch den Kreislauf des Lebens näherzubringen.
Vermehrte Totfunde bei den Touren
Mit seinen Gruppen hat er in diesem Winter vermehrt auch tote Vögel gefunden. "Aber wenn man dann eben vor Ort ist und sieht, wie beispielsweise Seeadler und Füchse auch auf dem Eis sind, ist dieser Kreislauf direkt viel greifbarer", erzählt der Vogelexperte. Das Thema bewegt die vogelinteressierten Menschen, die Hempels Touren besuchen. Einer von ihnen ist der Greifswalder Nikolaus Alexander Link. "Grundsätzlich ist die Natur grausam und natürlich ist es hart, für die Seevögel, die sterben. Aber ich denke es ist irgendwie schön, dass wir diese Freiheit des Lebens oder Sterbens in dem Fall auch erleben können. Ich denke es ist einfach ein Kreislauf und Gleichgewicht, was man hier diesen Winter eben harsch, aber sehr gut erleben konnte" sagt er am Ende einer zweistündigen Seeadler-Tour in der Nähe des großen Jasmunder Boddens.
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Schleswig-Holstein: Bringt Wetterwechsel kurzfristig Sauerstoff in die Ostsee?

Die Ostsee leidet unter Überdüngung. Stickstoff und Phosphor führen zu Sauerstoffmangel in tiefen Gewässern.
Der Wetterwechsel und der drehende Wind könnten jetzt dafür sorgen, dass frisches Nordseewasser in die Ostsee gelangt und so Sauerstoff in tiefere Gewässer bringt. Damit steht der Ostsee wahrscheinlich einer der stärksten Frischwassereinbrüche der Geschichte bevor. Das dürfte dem ökologisch schwer angeschlagenen Binnenmeer etwas Luft verschaffen. Allerdings ist das laut Wissenschaftlern nur ein kurzes Aufatmen für die Ostsee.
Stickstoff und Phosphor machen Ostsee zu schaffen
Seit Langem leidet die Ostsee unter Überdüngung, das ist das Ergebnis einer Studie des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung Warnemünde (IOW). Stickstoff und Phosphor aus der Landwirtschaft führten zu Sauerstoffmangel in tieferen Gewässern, den so genannten Todeszonen. Laut dem IOW wird unter anderem Phosphat am Meeresgrund durch Sauerstoffmangel reaktiviert. Die Umweltorganisation BUND fordert, dass die Landwirtschaft deutlich weniger düngt, um Nährstoffe zu reduzieren.

